Die Geschichte des Badezimmers

Wer hats erfunden, das Badezimmer? Die Schweizer waren es jedenfalls nicht. Schon seit Jahrtausenden gibt es rund um den Globus Badekulturen – doch das private Bad ist eine ziemlich neue Entwicklung.


Keine Hochkultur ohne Badekultur: Ob in Griechenland, Rom, Japan oder im Orient, die meisten antiken Zivilisationen bauten Badehäuser und Thermen. Die frühesten Anlagen wurden im heutigen Indien gefunden und sind rund 4500 Jahre alt. Die Badekultur hatte nicht nur eine hygienische, sondern auch eine gesundheitliche Funktion. So wandten die Ärzte im antiken Griechenland kalte Wassergüsse und andere Hydrotherapien an. Im Badehaus – das wohl in aller Regel streng nach Geschlechtern getrennt war – wurde natürlich auch geplaudert. Der soziale Aspekt war in den Badekulturen rund um den Globus also sehr wichtig.

Baden, nein danke

Im mittelalterlichen Europa verlor die Badekultur an Bedeutung und wurde erst durch die Kreuzfahrer aus dem Orient wieder importiert. Doch vor allem das gewöhnliche Volk hatte kaum Zugang zu den mittelalterlichen «Badestuben» und Heilbädern. In der Neuzeit schliesslich betrachtete man (vor allem gemeinschaftliches) Baden lange als Gesundheitsrisiko – der Adel des Rokokos behalf sich bekanntlich mit Parfum und Puder.

Die Geschichte des Badezimmers

© Foto von Duscholux

Die Entstehung der Nasszelle

Das moderne Badezimmer als separater Raum setzte sich erst nach dem zweiten Weltkrieg durch. Zuvor badete man in Wannen bzw. Bottichen in der Küche oder eben in öffentlichen Bädern. Die «Nasszelle», wie das Badezimmer bisweilen bis heute genannt wird, war so platzsparend wie möglich angelegt und verfügte über eine Dusche und/oder eine Badewanne sowie ein Waschbecken. Die Toilette war damals meist noch separat.

Mehr Platz, mehr Komfort

Seit den 1950ern erhöht sich der Komfort des Badezimmers stetig. So erfand Duscholux 1970 die erste faltbare Duschwand, 1983 kam die grosszügige «Viertelkreisdusche» hinzu – ein Modell, das bis heute (in einer modernen Version) erhältlich ist. Die Badezimmer wurden kontinuierlich grösser und komfortabler – auch wenn das Bad bis heute der meist kleinste Raum einer Wohnung ist. Ab den 1980ern wurde Glas im Badezimmer immer wichtiger. Und in den letzten Jahren wurden die bodengleichen Duschen (Walk-in-Duschen) zum Standard.