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Der lange Weg an die Spitze.

Spitzenleistungen und Leistungsbereitschaft sind in der heutigen Gesellschaft bedeutende Werte. In der Wirtschaft genauso wie im Sport. Junge Sportlerinnen und Sportler müssen im Viereck Berufslehre – Sport – soziales Umfeld ihre Arbeit und die Schule, das Training sowie Familie und Freunde unter einen Hut bringen. Um diese grosse Herausforderung bewältigen zu können, braucht es auf die Jugendlichen abgestimmte Grundlagen und Bedingungen.

Um solche Ausbildungsstätten auszeichnen zu können, hat Swiss Olympic das Label «Leistungssportfreundlicher Lehrbetrieb» lanciert. Auch DUSCHOLUX bietet sportlichen Nachwuchstalenten eine solche Ausbildung. Wie zum Beispiel Nadine Demierre, die als Middleblocker bei Volley Köniz und als Outside Hitter beim VBC Thun spielt und bei uns eine Sport-KV-Lehre zur Kauffrau EFZ macht.

DUSCHOLUX: Wie sieht eine solche Ausbildung aus und wie unterscheidet sie sich von herkömmlichen Ausbildungen?

NADINE DEMIERRE: Die Sport-KV-Lehre dauert vier statt drei Jahre. Die Sportlernenden haben eine kürzere Arbeitswoche und die Schule wird auch weniger oft besucht. So bleibt genügend Zeit für Training und Hausaufgaben. Die Berufsschule ist tolerant. Hat ein Lernender zum Beispiel am Wochenende ein vollbepacktes Sportprogramm und überhaupt keine Zeit für die Hausaufgaben, darf man das mit den jeweiligen Klassenlehrkräften besprechen. Zudem besteht die Möglichkeit, verpasste Tests nachzuschreiben.

Volley Köniz in der 1. Liga mit Nadine Demierre (Nummer 5, mittlere Reihe, erste von links)

DUSCHOLUX: Warum braucht es solche Ausbildungsplätze?

NADINE DEMIERRE: Dank flexiblen und bedürfnisgerechten Lehrstellenangeboten sollen die Athletinnen und Athleten sich einerseits auf die Sportkarriere konzentrieren können, andererseits aber auch für einen erfolgreichen Berufseinstieg nach der Karriere gewappnet sein. Daneben wird so auch der Schweizer Nachwuchs gefördert.

DUSCHOLUX: Was bringt eine solche Ausbildung den beiden Parteien?

NADINE DEMIERRE: Nebst den Fachkompetenzen erwerben die Lernenden auch Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen. Sie lernen insbesondere, unter Druck selbständig zu arbeiten, flexibel zu reagieren und Verantwortung zu übernehmen: zentrale Kompetenzen sowohl für die Berufsausbildung als auch im Sport. Diese Eigenschaften kommen beiden Parteien zugute und der Lehrbetrieb profitiert zudem ein Jahr länger vom Lernenden als bei einer normalen Ausbildung.

DUSCHOLUX: Was bedeutet für dich überhaupt Profisport? Das man davon leben kann oder einfach, dass dieser auf einem professionellen Niveau ausgeübt wird?

NADINE DEMIERRE: Es kommt immer auf die Sportart an. Für Volleyballer ist es viel schwieriger, Geld zu verdienen, als für Fussballer oder Tennisspieler, da die Anzahl Zuschauer beim Volleyball viel geringer ist. Wichtigste Geldgeber sind die Sponsoren und nicht die Preisgelder an Turnieren. Doch wer Sponsoren finden will, muss zuerst in seiner Sportart besonders gut werden.

DUSCHOLUX: Wir denken, dass du bereits besonders gut bist! Du wurdest für das Swiss Volley Perspektivkader – das nationale Förderkader für Spielerinnen mit internationalem Potenzial – nominiert. Herzliche Gratulation dazu und weiterhin viel Spass und Erfolg beim Sport und im Beruf!